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Lichterführung

Diese Lernkarte erklärt die Lichterführung als zusammenhängendes System: Was Lichter zeigen, welche Grundlichter es gibt, wie Sichtsektoren funktionieren, welche Standard-Lichtbilder zu Fahrzeugarten gehören, welche Vereinfachungen für kleine Fahrzeuge gelten und wie du Sonderstatus nachts erkennst.

Inhalt aktualisiert
9.9.2026
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14 Kapitel für schnelles Nachschlagen
Direkte Antwort

Die Lichterführung zeigt vor allem Fahrtrichtung und Lage eines Fahrzeugs an.

  • Sie zeigt nicht einfach nachts ist da irgendetwas, sondern liefert strukturierte Verkehrsinfo.
  • Aus einem Lichtbild leitest du ab: von welcher Seite du das andere Fahrzeug siehst, ob es wahrscheinlich Maschinenfahrzeug, Segelfahrzeug oder Sonderstatus ist und wie die Begegnung einzuordnen ist.
  • Viele SBF-Fehler entstehen, weil einzelne Lichter isoliert statt als zusammengehöriges System gelesen werden.
Inhalt: 14 Abschnitte

Sehen, hören und selbst lösen

Seitenlichter und Hecklicht: Sichtbereiche von oben

Rotes Backbordlicht und grünes Steuerbordlicht je 112,5 Grad; weißes Hecklicht 135 Grad. Der Bug zeigt nach oben.
Eigene schematische Darstellung nach KVR Regel 21. Die Farben bezeichnen Lichtsektoren, keine beleuchtete Wasserfläche. Topplicht: 225° nach vorn; Rundumlicht: 360°. Sichtweite und Ausrüstung hängen zusätzlich vom Fahrzeug ab.
Seitenlichter und Hecklicht: Sichtbereiche von oben als Textvergleich
LichtFarbeSichtsektor
BackbordRot112,5°
SteuerbordGrün112,5°
HecklichtWeiß135°
TopplichtWeiß225°
RundumlichtJe nach Zweck360°
Lichter an Prüfungsbildern erkennen
Einordnung

Warum dieses Thema relevant ist

Lichterführung ist im SBF kein isoliertes Auswendiglern-Thema. Sie ist das visuelle System, mit dem du nachts oder bei schlechter Sicht Fahrtrichtung, Lage, Fahrzeugart und manchmal sogar Sonderstatus erkennen kannst. Gute Antworten entstehen deshalb nicht dadurch, dass man einzelne Bilder mechanisch lernt, sondern dadurch, dass man versteht, welches Licht welche Information trägt und wie sich diese Informationen zum gesamten Lichtbild zusammensetzen.

Warum dieses Thema wichtig ist

Darum lohnt sich das Thema in der Praxis und in der Prüfung

Lies zuerst die sichtbaren Farben und die Ansichtsseite. Prüfe danach die Fahrzeugart und besondere Zustände, bevor du eine Begegnungsregel ableitest.

Typische Fehler

Darauf solltest du besonders achten

  • Einzelne Lichter auswendig lernen, ohne ihre Funktion im Gesamtlichtbild zu verstehen.
  • Sichtsektoren nicht mitdenken und dadurch die Beobachtungsrichtung falsch ableiten.
  • Kleine Fahrzeuge und Sonderstatus zu spät erkennen.
  • Lichtbild und Fahrzeugart verwechseln, obwohl mehrere Hinweise kombiniert werden müssen.
Themenhub

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Inhalte
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Wozu Lichterführung überhaupt da ist

Die Prüfung fragt oft zuerst nach dem Zweck der Lichterführung und baut erst daraus die eigentliche Begegnungssituation. Genau deshalb musst du das System hinter den Lichtern verstehen.

  • Sie zeigt nicht einfach nachts ist da irgendetwas, sondern liefert strukturierte Verkehrsinfo.
  • Aus einem Lichtbild leitest du ab: von welcher Seite du das andere Fahrzeug siehst, ob es wahrscheinlich Maschinenfahrzeug, Segelfahrzeug oder Sonderstatus ist und wie die Begegnung einzuordnen ist.
  • Viele SBF-Fehler entstehen, weil einzelne Lichter isoliert statt als zusammengehöriges System gelesen werden.
  • Merke für die Prüfung: Erst das Lichtbild lesen, dann die Verkehrslage deuten.
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Die Grundlichter: Farben, Richtungen, Merkbilder

Fast jedes komplexere Lichtbild ist aus wenigen Grundbausteinen aufgebaut. Wenn diese Grundbausteine sicher sitzen, wirken auch größere Lichtbilder viel logischer.

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Sichtsektoren und wie du ein Lichtbild liest

Ein Licht ist nicht nur durch Farbe, sondern auch durch seinen Sichtsektor definiert. Genau daraus ergibt sich, aus welcher relativen Richtung du das andere Fahrzeug ansiehst.

  • 🔴 und 🟢 Seitenlichter decken jeweils 112,5° nach vorn ab.
  • Topplicht deckt 225° ab und ist nach vorn orientiert.
  • Hecklicht deckt 135° nach achtern ab.
  • Siehst du nur das Hecklicht, befindest du dich achterlich hinter dem anderen Fahrzeug.
  • Siehst du Topplicht plus Seitenlichter, schaust du auf ein Maschinenfahrzeug von vorn oder schräg vorn.
  • Siehst du nur 🔴 oder nur 🟢, erkennst du sofort, welche Seite des anderen Fahrzeugs dir zugewandt ist.
  • Ein Lichtbild ist also nie bloß eine Farbkombination, sondern eine räumliche Aussage.
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Standard-Lichtbilder nach Fahrzeugart

Die Standardbilder sind die Basis. Erst wenn du sie sicher beherrschst, kannst du Sonderstatus sauber erkennen.

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Kleine Fahrzeuge und erlaubte Vereinfachungen

Hier werden in Prüfungen besonders oft Sonderlösungen kleiner Fahrzeuge abgefragt. Das ist kein Nebenthema, sondern ein echter Fragenblock.

  • Ein Kleinfahrzeug ohne Maschinenantrieb muss im Binnenbereich mindestens ein von allen Seiten sichtbares ⚪ weißes Licht führen.
  • Ein Segelfahrzeug unter 20 m darf statt Seitenlichtern und Hecklicht eine Dreifarbenlaterne an oder nahe der Mastspitze führen.
  • Ein Segelfahrzeug unter 12 m oder ein Fahrzeug unter Ruder auf Seeschifffahrtsstraßen muss, wenn es die vollständigen Lichter nicht führen kann, wenigstens ein Rundumlicht zeigen.
  • Ein geschlepptes oder längsseits gekuppeltes Kleinfahrzeug kann in bestimmten Binnenfällen nachts nur ein Rundumlicht führen.
  • Bei kleinen Segelfahrzeugen auf Binnenwasserstraßen kann eine weiße Handlampe zusätzlich sinnvoll sein, um die eigenen Segel anzuleuchten und so die Antriebsart klarer erkennbar zu machen.
  • Prüfungsfalle: Die Mindestlösung kleiner Fahrzeuge ist nicht automatisch das gleiche Lichtbild wie bei einem normalen Maschinenfahrzeug.
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Anker, Stillliegen und weiße Lichter

Weiße Lichter sind nicht automatisch Motor. Gerade bei kleinen oder stillliegenden Fahrzeugen musst du sauber trennen, warum das weiße Licht geführt wird.

  • Ein Ankerlieger oder stillliegendes Fahrzeug kann ein Rundumlicht führen; der Kontext entscheidet über die genaue Bedeutung.
  • Im Binnenbereich setzt ein stillliegendes Fahrzeug ein von allen Seiten sichtbares weißes Rundumlicht auf der Fahrwasserseite.
  • Zwei weiße Lichter übereinander auf einem stillliegenden Fahrzeug können auf einen Ankerlieger hinweisen, dessen Anker die Schifffahrt gefährden kann.
  • Ein einzelnes ⚪ weißes Licht bedeutet deshalb nicht automatisch Maschinenfahrzeug.
  • Die SBF-Falle lautet hier fast immer: weißes Licht gesehen und vorschnell falsche Fahrzeugart abgeleitet.
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Sonderstatus: wenn das normale Lichtbild nicht reicht

Sonderstatus-Lichtbilder bauen auf derselben Logik auf, ergänzen aber zusätzliche Statusinformationen. Genau deshalb musst du Grundbild und Sonderbild zusammendenken.

  • manövrierunfähig wird nachts typischerweise mit 🔴🔴 Rundumlichtern gekennzeichnet; macht das Fahrzeug Fahrt durchs Wasser, kommen die Grundlichter des Bewegungszustands hinzu.
  • Ohne Fahrt durchs Wasser entfallen bei solchen Sonderstatus-Fragen oft Seitenlichter und Hecklicht; mit Fahrt durchs Wasser bleiben sie erhalten.
  • manövrierbehindert, tiefgangbehindert, Grundsitzer, Fischereifahrzeuge oder Schleppverbände haben eigene charakteristische Nachtbilder.
  • Die Prüfung fragt hier gerne Kombinationen: Sonderstatus + Fahrt durchs Wasser + Längenklasse.
  • Deshalb nie nur rote Sonderlichter lernen, sondern immer mitdenken: Fährt das Fahrzeug? Ist es groß oder klein? Welcher Status liegt vor?
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So werden Lichtfragen in der Prüfung gebaut

Typische Aufgaben lassen sich fast immer auf wenige wiederkehrende Denkwege zurückführen.

  • Du bekommst nur ein oder zwei sichtbare Lichter und musst daraus Fahrzeugart oder relative Lage ableiten.
  • Du bekommst ein vollständiges Lichtbild und musst Größe oder Sonderstatus bestimmen.
  • Du musst erkennen, wann ein Segelfahrzeug wegen laufender Maschine als Maschinenfahrzeug zu behandeln ist.
  • Du musst eine erlaubte Vereinfachung kleiner Fahrzeuge von der normalen Standardführung unterscheiden.
  • Du musst aus dem Lichtbild nicht nur das Fahrzeug erkennen, sondern oft auch schon die Begegnungssituation vorbereiten.
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Typische Fehler

Die häufigsten Fehler sind keine reinen Wissenslücken, sondern Lesefehler im System.

  • ⚪ weißes Licht pauschal mit Motor gleichsetzen.
  • Vergessen, dass ein Segelfahrzeug mit laufender Maschine regeltechnisch Maschinenfahrzeug ist.
  • Hecklicht nicht als achtern gerichtetes Licht erkennen und dadurch die relative Richtung falsch lesen.
  • Die Vereinfachungen kleiner Fahrzeuge mit den Normalregeln größerer Fahrzeuge vermischen.
  • Ein Sonderstatus-Lichtbild erkennen, aber Fahrt durchs Wasser oder Größenklasse nicht mitlesen.
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Merke dir

🔴 links, 🟢 rechts, ⚪ vorn = Topplicht, ⚪ hinten = Hecklicht. Segel = kein Topplicht, Motor = Topplicht. Erst die Bausteine lesen, dann das ganze Lichtbild deuten.

Quellen und Stand

Quellen

Lernmaterial zum Themenfeld Lichterführung. Die unten verlinkten amtlichen Quellen dienen zum Nachlesen. Für diesen Ausgangsinhalt ist kein fachlicher Prüfstand dokumentiert. Inhalt zuletzt geändert: 28.4.2026.

Ergänzende Beispiele und Quellenlinks: 9.9.2026. Dieses Datum bestätigt keine erneute Fachprüfung des gesamten Ausgangsinhalts.

Redaktion, Quellen und Korrekturen · Herausgeber: seeundbinnen.de

Verdichtet aus offiziellen SBF-Binnen- und SBF-See-Fragen zu Grundlichtern, Lichtbildern, kleinen Fahrzeugen, Anker- und Sonderstatus.

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