Sehen, hören und selbst lösen
Feuerkennungen im Zeitvergleich
| Kennung | Licht und Pause vergleichen |
|---|---|
| Fl · Blitz | Licht kürzer als die Dunkelphase |
| Iso · Gleichtakt | Licht und Dunkelphase gleich lang |
| Oc · Unterbrochen | Licht länger als die Dunkelphase |
Warum dieses Thema relevant ist
Fragen zu Leuchtfeuern und Befeuerung wirken im SBF oft wie viele kleine Einzelfälle, folgen aber einer gemeinsamen Logik. Zuerst liest du die Kennung eines Feuers, dann deutest du die Art des Seezeichens oder die Navigationsfunktion: Leitfeuer, Richtfeuer, Quermarkenfeuer, Leuchttonne, Kardinalfeuer oder Einzelgefahr. Gute Antworten entstehen deshalb nicht durch isolierte Merksätze, sondern durch eine feste Reihenfolge: erst die Feuerart, dann Gruppierung, Farbe und Wiederkehr, danach erst die nautische Bedeutung für Fahrwasser und sichere Passierseite.
Darum lohnt sich das Thema in der Praxis und in der Prüfung
Eine Feuerkennung beschreibt Farbe, Rhythmus und Wiederkehr. Zähle zusammengehörige Lichterscheinungen und vergleiche Licht- und Dunkelphasen; die Farbe allein genügt nicht.
Darauf solltest du besonders achten
- Kennungen, Farben und Verkehrsbedeutung gleichzeitig lesen wollen, statt die Kurznotation zuerst sauber zu entschlüsseln.
- Leitfeuer, Richtfeuer und Quermarkenfeuer wegen ähnlicher Grafiken verwechseln, obwohl sie unterschiedliche Navigationsaufgaben haben.
- Bei befeuerten Leuchttonnen die Farbe richtig erinnern, aber die zulässigen Kennungen falsch zuordnen.
-
Kardinalfeuer und Einzelgefahr über dieselbe Merklogik lesen, obwohl
Fl. (2)gerade kein Quadrant, sondern eine einzeln markierte Gefahr ist.
Abschnitt
Was diese Fragen wirklich prüfen
Die Prüfung will hier nicht nur einzelne Abkürzungen oder Bilder sehen. Sie prüft, ob du eine kurze Feuerbeschreibung in eine klare nautische Aussage übersetzen kannst.
-
Erst danach liest du, wofür das Feuer nautisch steht:
Leitfeuer,Richtfeuer,Quermarkenfeuer,Leuchttonne,KardinalfeueroderEinzelgefahr. - Viele Fehler entstehen, weil Lernende die Kurznotation sofort mit der gesamten Verkehrsbedeutung vermischen.
- Der sichere Weg ist immer gleich: Feuer lesen, Zeichenfunktion verstehen, dann erst Verhalten oder sichere Seite ableiten.
Abschnitt
Kennungen lesen: aus Kurzschrift wird Klartext
Bei einer Kennung wie Oc (2) R. Whis. hilft nur eine feste Lesereihenfolge. Dann wird aus einer dichten Zeichenkette eine saubere Beschreibung.
-
Ocsteht fürunterbrochenes Feuer. -
(2)zeigt eine Taktform in2er-Gruppen. -
Rsteht fürrot. -
Whis.ist kein Teil der Lichtform, sondern ein Zusatzhinweis auf eineHeultonne. -
Der korrekte Lesesatz lautet deshalb:
unterbrochen (2), rot, Heultonne. - Prüfungsfalle: Gruppenzahl, Farbe oder Zusatzsignal als eigene Feuerart missverstehen.
Abschnitt
Lichterscheinungsarten und Wiederkehr
Ein großer Teil der SBF-Fragen trennt die Feuerarten über das Verhältnis von Lichterscheinung und Verdunkelung, über die Dauer eines Signals oder über die Anzahl pro Minute. Genau diese Unterschiede müssen sitzen.
-
Unterbrochenes Feuerbedeutet: DieLichterscheinungist länger als dieVerdunkelung. -
Blinkfeuerbedeutet: DieLichterscheinungist kürzer als dieVerdunkelung, der einzelne Blink dauert aber mindestens2 Sekunden. -
Blitzfeuerbedeutet ebenfalls: DieLichterscheinungist kürzer als dieVerdunkelung, der Blitz dauert aber weniger als2 Sekunden. -
Funkelfeuerbedeutet50 bis 60aufeinanderfolgende Lichterscheinungen pro Minute. -
Gleichtaktfeuerbedeutet:LichterscheinungundVerdunkelungsind gleich lang. -
Die
Wiederkehrist der Zeitraum vom Einsetzen einerTaktkennungbis zum Einsetzen der nächsten gleichen Taktkennung. -
Merke dir:
BlinkundBlitzteilen sich die Grundlogikkürzer als die Verdunkelung; getrennt werden sie erst über die Zwei-Sekunden-Grenze.
Abschnitt
Leitfeuer, Richtfeuer und Quermarkenfeuer
Diese drei Feuerarten sehen im Lernstoff verwandt aus, lösen aber ganz unterschiedliche Navigationshandlungen aus. Genau deshalb werden sie in der Prüfung gerne gegeneinander gestellt.
-
Ein
Leitfeuerist einSektorenfeuer, das einFahrwasserbezeichnet. -
Beim
Leitfeuerhältst du dich in Fahrtrichtung an derrechten Seite des weißen Leitsektors. -
Ein
Richtfeuerbesteht ausOber- und Unterfeuer, die inDeckungzu bringen sind. -
Ein
Quermarkenfeuerist einSektorenfeuer, das auf eineKursänderung im Fahrwasserhinweist. -
Beim
Quermarkenfeuernimmst du die Kursänderung beim Übergang vomAnkündigungssektorin denKursänderungssektorvor. -
Ein
Torfeuermarkiert eine Durchfahrt oder Einfahrt mit zwei Feuern, zwischen denen du die Passage liest. -
Prüfungsfalle:
LeitfeuerundQuermarkenfeuerbeide nur als Sektorenfeuer erkennen, aber ihre unterschiedliche Funktion nicht mitlesen.
Abschnitt
Befeuerte Leuchttonnen an Backbord und Steuerbord
Bei den befeuerten lateralen Zeichen verbindet die Prüfung Farbe und zulässige Feuerart. Genau diese Kombination wird gerne mit falschen Alternativen durcheinandergebracht.
-
An der
Steuerbordseite des Fahrwasserstragen befeuerte LeuchttonnengrüneFeuer. -
Zulässig sind dort
Blitzfeuer,Funkelfeueroderunterbrochenes Feuer in Gruppen. -
An der
Backbordseite des Fahrwasserstragen befeuerte Leuchttonnen entsprechendroteFeuer. -
Auch dort sind
Blitzfeuer,Funkelfeueroderunterbrochenes Feuer in Gruppendie typische Antwortlogik. -
Prüfungsfalle:
Festfeuer,Blinkfeueroderschnelles Funkelfeuerals plausible, aber falsche Ablenkung mitnehmen.
Abschnitt
Kardinalfeuer und Einzelgefahr
Hier wird aus Kennungswissen konkrete Passierlogik. Die Feuer sagen nicht nur, wie ein Zeichen blinkt, sondern auf welcher Seite du sicher vorbeigehst.
-
Kardinalfeuer liest du mit dem
Uhren-Prinzip:3 Uhr = Ost,6 Uhr = Süd,9 Uhr = West; der Nordfall gehört zur12-Uhr-Logik. -
Die vier Kardinalfälle markieren
allgemeine Gefahrenstellen, die jeweils auf der sicheren Seite des genannten Quadranten passiert werden müssen. - Die Prüfungsbilder zeigen diese Logik direkt über die Zahl und Gruppierung der Blitze.
-
Fl. (2)steht dagegen für eineEinzelgefahrenstelle, diean allen Seitenpassiert werden kann. -
Prüfungsfalle:
Fl. (2)wie einen Quadranten lesen, obwohl hier gerade keine kardinale Passierseite gemeint ist.
Abschnitt
Typische Fehler
Fast alle Fehler entstehen durch kleine, aber folgenreiche Verwechslungen in einem sehr dichten System.
-
Leitfeuerals Kursänderungssignal lesen, obwohl das die Aufgabe desQuermarkenfeuersist. -
Richtfeuermit einem Sektorenfeuer verwechseln, obwohl hier geradeDeckungentscheidend ist. -
Bei lateralen Leuchttonnen die richtige Farbe erinnern, aber eine unzulässige Feuerart wie
FestfeueroderBlinkfeuerakzeptieren. -
BlinkfeuerundBlitzfeuernur über das Wortgefühl statt über die Zwei-Sekunden-Grenze unterscheiden. -
Fl. (2)als Kardinalfeuer lesen statt alsEinzelgefahr.
Abschnitt
Merke dir
Erst das Feuer lesen, dann die Bedeutung: Oc = Licht länger als Dunkel, LFl = mindestens 2 s, Fl = unter 2 s, Q = 50 bis 60 pro Minute, Iso = gleich lang, Wiederkehr = ganzer Zyklus. Leitfeuer führt durchs Fahrwasser, Richtfeuer arbeitet mit Deckung, Quermarkenfeuer kündigt die Kursänderung an, befeuerte Leuchttonnen tragen lateral passende Farben und Kardinalfeuer sagen dir die sichere Passierseite; Fl. (2) steht für Einzelgefahr.
Quellen
Lernmaterial zum Themenfeld Leuchtfeuer. Die unten verlinkten amtlichen Quellen dienen zum Nachlesen. Für diesen Ausgangsinhalt ist kein fachlicher Prüfstand dokumentiert. Inhalt zuletzt geändert: 28.4.2026.
Ergänzende Beispiele und Quellenlinks: 9.9.2026. Dieses Datum bestätigt keine erneute Fachprüfung des gesamten Ausgangsinhalts.
Redaktion, Quellen und Korrekturen · Herausgeber: seeundbinnen.de
Verdichtet aus offiziellen SBF-See-Fragen zu Leuchtfeuern, Kennungen, Leitfeuer-, Richtfeuer- und Quermarkenfeuerlogik, befeuerten Leuchttonnen, Kardinalfeuern und Einzelgefahr. Die eingebundenen Grafiken entsprechen amtlichen Beispiel- oder Hinweisabbildungen aus dem Fragenkatalog.
- Amtlicher Fragenkatalog SBF See - Schifffahrtszeichen: Kennungen, Leuchtfeuer, Befeuerung, Leitfeuer, Richtfeuer, Quermarkenfeuer, Kardinalfeuer und Einzelgefahr
- ELWIS: Amtlicher Fragenkatalog SBF See
- ELWIS: Amtlicher Fragenkatalog SBF Binnen
- SeeSchStrO Anlage I: Schifffahrtszeichen und Feuerkennungen
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