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Navigation

Diese Lernkarte bündelt die SBF-See-Navigation als großes Arbeitskapitel: aktuelle `Seekarte`, amtliche nautische Veröffentlichungen, Kartenlesen, Koordinaten, Distanzen, Kursumwandlung, `Magnetkompass` und `Deviation`, `Peilung` und `Standlinie`, `Koppelort`, `Besteckversetzung`, Tonnen, Leuchtfeuer, Seekarteneinträge sowie Plausibilitätschecks für Kartenaufgaben.

Navigation
25 Kapitel für schnelles Nachschlagen
Direkte Antwort

Vor jeder Navigation steht die Frage, ob deine `Seekarte` und die amtlichen Veröffentlichungen überhaupt aktuell und passend zum Fahrtgebiet sind.

Diese Seite beantwortet: Seekarte Kompass Peilung

Besonders hilfreich für: SBF-See-Lernende, die Navigationsbegriffe sauber verstehen wollen, bevor sie Kartenaufgaben rechnen oder Verkehrslagen auf See beurteilen

Einordnung

Warum dieses Thema relevant ist

Navigation beginnt im Fragenkatalog nicht erst bei den Kartenaufgaben. Schon die Grundfragen prüfen, ob du weißt, welche Unterlagen verlässlich sind, wo du Maß und Tiefe in der Karte abliest, wie Koordinaten, Distanz, Kurs, Peilung und Zeit zusammenhängen, was ein `Magnetkompass` tatsächlich zeigt und wie aus `Peilung`, `Standlinie`, `Koppelort`, `Besteckversetzung` und Seekarteneinträgen ein brauchbares Ortsbild wird. Genau deshalb lohnt sich eine saubere Begriffskette vor dem Rechnen.

Warum dieses Thema wichtig ist

Darum lohnt sich das Thema in der Praxis und in der Prüfung

Viele See-Fragen wirken im Katalog isoliert, hängen aber an derselben Kette: Karte aktuell halten, Angaben richtig lesen, magnetische von rechtweisenden Größen trennen und zwischen beobachtetem Ort, Koppelort und Versetzung unterscheiden. Wenn diese Basis wackelt, werden später auch Kartenaufgaben und echte Navigationsentscheidungen unsauber.

Typische Fehler

Darauf solltest du besonders achten

  • Eine nicht berichtigte Seekarte trotzdem als verlässlich behandeln.
  • INT 1, Seehandbuch und Leuchtfeuerverzeichnis durcheinanderwerfen.
  • Seemeilen an oberem oder unterem Kartenrand statt seitlich in Höhe des Standorts ablesen.
  • Knoten, Seemeilen und Minuten vermischen, ohne Zeit sauber in Stunden umzurechnen.
  • Peilung mit Entfernung oder Standlinie mit Kurs verwechseln.
  • Koppelort und durch Peilung bestimmten Ort gleichsetzen.
  • Besteckversetzung mit Stromrichtung oder Windrichtung verwechseln, statt die Differenz zwischen erwartetem und beobachtetem Ort zu betrachten.
  • Deviation mit Missweisung oder Kompassrose der Seekarte verwechseln.
  • Strom- und Windversetzung nur als Richtung von Strom oder Wind statt als Versetzung über Grund verstehen.
  • Tonnen, Leuchtfeuer, Sperrgebiete oder Tiefen als Dekoration lesen, obwohl sie konkrete Navigationsentscheidungen auslösen.
Weitere Suchfragen
Standlinie Koppelort UnterschiedMagnetkompass DeviationstabelleStromversetzung WindversetzungINT 1 SeekarteBesteckversetzung NavigationTonnen Leuchttürme Seekarte
Inhalte
Abschnitt Was diese Navigationsfragen wirklich prüfen

Die Einzelfragen wirken oft klein, bauen aber aufeinander auf. Wer die Kette versteht, erkennt später auch Kartenaufgaben schneller.

  • Danach musst du Grundangaben der Karte sicher lesen: Tiefen, Maßstab, Koordinaten, Entfernungen, Tonnen, Leuchtfeuer und Sperrgebiete.
  • Erst dann lohnt sich der Blick auf den `Magnetkompass` und seine Fehlerquellen wie `Deviation`.
  • `Peilung`, `Standlinie`, `Koppelort` und `Besteckversetzung` sind keine Synonyme, sondern beschreiben unterschiedliche Wege zur Ortsbestimmung und Fehlerkontrolle.
  • `Strom-` und `Windversetzung` sind Prüfungsbegriffe mit klarem Bezugsrahmen: immer `über Grund`, nicht bloß `durch das Wasser`.
Abschnitt Seekarte und amtliche Unterlagen: erst die Grundlage sichern

Viele Fehler entstehen schon vor der eigentlichen Navigation, weil Unterlagen falsch eingeordnet oder nicht aktuell gehalten werden.

Abschnitt Seekarteneinträge: aus Zeichen werden Entscheidungen

Eine Seekarte ist kein Bild vom Revier, sondern ein verdichtetes Entscheidungssystem. Jede Farbe, Zahl, Linie und Abkürzung kann für Kurswahl, Sicherheitsabstand oder Orientierung wichtig sein.

  • `Tiefenzahlen` zeigen die Wassertiefe und müssen mit Tide, Tiefgang und Sicherheitsreserve zusammengedacht werden.
  • Farben und Flächen unterscheiden Wasser, Land, Watt, trockenfallende Gebiete, Gefahrenstellen, Fahrwasser und besondere Reviere.
  • `Wracks`, `Untiefen`, Kabel, Sperrgebiete, Fahrwassergrenzen und Verkehrstrennungsgebiete sind keine Randinformationen, sondern direkte Hinweise für sichere Kurswahl.
  • `INT 1` beziehungsweise `Karte 1` ist die richtige Quelle, wenn ein Zeichen, eine Abkürzung oder eine Kartenangabe unklar ist.
  • Seekarteneinträge immer in zwei Fragen übersetzen: `Was ist dort?` und `Was bedeutet das für meinen Kurs, Abstand oder meine Geschwindigkeit?`
  • Prüfungsfalle: ein Kartenzeichen wiedererkennen, aber die praktische Folge nicht benennen können.
Abschnitt Tonnen und Leuchtfeuer: Orientierung im Revier

Tonnen, Baken, Leuchttürme und Feuer verbinden Karte und Wirklichkeit. Sie helfen beim Wiedererkennen des Reviers, beim Einhalten des Fahrwassers und bei Peilungen.

  • `Tonnen` und andere Schifffahrtszeichen markieren unter anderem Fahrwasser, Gefahrenstellen, Sperrgebiete oder besondere Hinweise.
  • `Leuchtfeuer` und `Leuchttürme` haben Kennungen, die in Karte und Leuchtfeuerverzeichnis beschrieben werden.
  • Eine Kennung ist mehr als `da blinkt etwas`: Rhythmus, Farbe, Sektor, Tragweite und Name helfen beim sicheren Identifizieren.
  • Als `Peilobjekt` taugt nur ein eindeutig erkanntes, feststehendes Objekt mit bekannter Kartenposition.
  • Bei Nacht oder schlechter Sicht musst du Kartenangaben, Leuchtfeuerverzeichnis und reale Beobachtung zusammenbringen, statt ein Licht vorschnell zuzuordnen.
  • Prüfungsfalle: eine Tonne oder ein Feuer als Standortbeweis behandeln, obwohl du es nicht eindeutig identifiziert oder gepeilt hast.
Abschnitt Kartenaufgaben: immer derselbe Arbeitsablauf

Kartenaufgaben wirken schwer, weil viele kleine Schritte gleichzeitig auftauchen. Der Trick ist, jede Aufgabe in dieselbe Reihenfolge zu zwingen.

  1. 1 Aufgabe lesen und alle Angaben markieren: Datum, Uhrzeit, Fahrt, Kurs, Ablenkung, Missweisung, Strom, Wind, Startort, Ziel und gesuchte Größe.
  2. 2 Seekarte vorbereiten: richtige Karte, richtiger Kartenausschnitt, Koordinatennetz, Maßstab, Tonnen, Feuer, Tiefen und Sperrgebiete prüfen.
  3. 3 Erst zeichnen, dann rechnen: Kurslinie, Standlinie, Koppelstrecke oder Versetzungsdreieck sauber eintragen.
  4. 4 Einheiten festhalten: Knoten sind Seemeilen pro Stunde, Zeit muss passend umgerechnet werden, Distanzen werden in Seemeilen gemessen.
  5. 5 Kursarten getrennt halten: rechtweisend in der Karte, magnetisch beziehungsweise Kompasskurs am Kompass.
  6. 6 Zum Schluss plausibilisieren: Liegt der Ort auf der richtigen Seite, passt die Distanz zur Zeit, und zeigt der Kurs ungefähr in Zielrichtung?
Abschnitt Was du direkt aus der Seekarte liest

Noch ohne Rechnen musst du einige Kartenangaben sofort parat haben, weil genau diese Basisfragen gern als einfache Punkte abgefragt werden.

  • Deutsche `Seekarten` geben `Tiefen` in `Meter` und `Dezimeter` an.
  • `Seemeilen` entnimmst du am `rechten` oder `linken Kartenrand` in Höhe des Standorts, nicht oben oder unten.
  • Die `Kompassrose` der Karte ist keine Ersatzskala für Entfernungen und auch keine Quelle für die schiffseigene `Deviation`.
  • Tiefenangaben sind nur sinnvoll, wenn du zusätzlich an `Tide`, Sicherheitsreserve und Aktualität der Karte denkst.
  • Prüfungsfalle: eine Karte optisch korrekt lesen, aber aus der falschen Randseite oder mit dem falschen Bezugssystem messen.
Abschnitt Koordinaten: Breite, Länge und Minuten sauber lesen

Koordinatenfragen sind Basisarbeit, aber sie entscheiden später, ob jede Kartenaufgabe sauber wird. Die Prüfung will vor allem sehen, ob du Breite, Länge und Minuten nicht vermischst.

  • `Breite` läuft nach Nord oder Süd und wird an der seitlichen Skala gelesen.
  • `Länge` läuft nach Ost oder West und wird an der oberen oder unteren Skala gelesen.
  • Eine Position besteht immer aus beiden Angaben: Breite plus Länge, nicht nur aus einer Zahl am Kartenrand.
  • Eine Bogenminute Breite entspricht einer Seemeile; deshalb misst du Distanzen an der Breitenskala in Höhe des Standorts.
  • Beim Übertragen einer Position arbeitest du mit feinen Hilfslinien: erst die Breite, dann die Länge, dann der Schnittpunkt.
  • Prüfungsfalle: Ost/West oder Nord/Süd aus Gewohnheit weglassen, obwohl genau diese Richtung Teil der Position ist.
Abschnitt Distanz, Fahrt und Zeit: die Dreiecksrechnung

Fast jede Kartenaufgabe braucht irgendwann denselben Zusammenhang. Wenn du ihn sauber beherrschst, werden Koppelort, Kurskontrolle und Plausibilitätscheck deutlich leichter.

  • `Fahrt` in Knoten bedeutet `Seemeilen pro Stunde`: 6 kn heisst 6 sm in 1 Stunde.
  • `Distanz = Fahrt x Zeit`: Bei 5 kn und 2 Stunden sind es 10 sm.
  • `Zeit = Distanz / Fahrt`: 12 sm bei 6 kn dauern 2 Stunden.
  • `Fahrt = Distanz / Zeit`: 9 sm in 1,5 Stunden ergeben 6 kn.
  • Minuten immer in Stunden umrechnen: 30 Minuten sind 0,5 Stunden, 15 Minuten sind 0,25 Stunden.
  • Distanzen werden in der Seekarte an der seitlichen Breitenskala in Höhe des Standorts gemessen.
  • Plausibilität vor Genauigkeit: Ein Ergebnis, das deutlich nicht zu Fahrt, Zeit oder Kartenmaßstab passt, ist wahrscheinlich ein Einheitenfehler.
Abschnitt Magnetkompass, Steuerstrich und Deviation

Der Magnetkompass ist nur dann nützlich, wenn du seine schiffseigenen Fehlerquellen mitdenkst.

  • Bei der Aufstellung des `Magnetkompasses` muss der `Steuerstrich` parallel zur `Kiellinie` verlaufen.
  • Der Kompass muss gut ablesbar sein und darf nicht in der Nähe von `Eisenteilen` oder anderen magnetischen Störquellen montiert werden.
  • Die `Magnetkompassablenkung` des konkreten Fahrzeugs heisst `Deviation`.
  • Die `Deviation` entnimmst du der für dieses Schiff aufgestellten `Deviationstabelle`, nicht der `Kompassrose` der Seekarte.
  • Wichtig für das Verständnis: `Missweisung` gehört zum Seegebiet beziehungsweise zur Karte, `Deviation` zum einzelnen Schiff.
Abschnitt Kurse: welche Richtung meinst du gerade?

Kursfragen werden leichter, wenn du nicht sofort rechnest, sondern zuerst klärst, welche Richtung die Aufgabe meint.

  • `rwK` ist der rechtweisende Kurs in der Seekarte, bezogen auf geografisch Nord.
  • `mwK` ist der Kurs nach Berücksichtigung der Missweisung, also bezogen auf magnetisch Nord.
  • `MgK` ist der Magnetkompasskurs, den du am Magnetkompass steuerst.
  • `KdW` ist der Kurs durchs Wasser; er beschreibt, wohin das Boot relativ zum Wasser läuft.
  • `KüG` ist der Kurs über Grund; er beschreibt den tatsächlichen Weg über dem Meeresgrund.
  • Strom und Wind können KdW und KüG auseinanderziehen; genau deshalb gehören Kursfragen und Versetzungsfragen zusammen.
Abschnitt Peilung und Standlinie: aus Richtung wird eine Linie

Hier prüft der Katalog den Grundschritt jeder terrestrischen Ortsbestimmung: erst die Richtung messen, dann sauber in die Karte übertragen.

Peilung
Seekartendiagramm einer Peilung vom Boot zu einem bekannten feststehenden Objekt an Land
Bei einer Peilung wird die Richtung zu einem bekannten feststehenden Objekt gemessen.
Eigene Grafik
  • Eine `Peilung` ist das Feststellen der `Richtung` zu einem bekannten feststehenden Objekt durch Winkelmessung.
  • Eine Peilung ist gerade `keine Entfernungsmessung` und auch keine Aussage über die Abweichung zwischen zwei Kompassen.
  • Aus einer `rechtweisenden Peilung` entsteht in der Karte eine `Standlinie`.
  • Auf einer einzelnen `Standlinie` weißt du nur: Das Schiff befindet sich irgendwo auf dieser Linie.
  • Erst der Schnitt zweier sauber eingetragener Standlinien liefert einen beobachteten Ort.
  • Prüfungsfalle: statt der `rechtweisenden Peilung` bloß einen Kurs eintragen oder die Korrektur von Kompassfehlern vergessen.
Abschnitt Peilungen in der Kartenaufgabe: vom Objekt zum Ort

Eine Peilung wird erst wertvoll, wenn Messung, Umrechnung und Karteneintrag zusammenpassen. Der Ablauf bleibt immer gleich.

  1. 1 Peilobjekt eindeutig identifizieren: feststehend, in der Karte eingetragen und im Revier sicher wiedererkannt.
  2. 2 Peilung messen und klären, ob sie schon rechtweisend ist oder noch um Kompassfehler korrigiert werden muss.
  3. 3 Rechtweisende Peilung in die Karte übertragen und als Standlinie durch das bekannte Objekt zeichnen.
  4. 4 Mit einer einzelnen Standlinie nur die Lage `auf dieser Linie` festhalten, noch keinen vollständigen Ort behaupten.
  5. 5 Zweite Standlinie, Deckpeilung oder andere Ortsinformation hinzunehmen; der Schnitt ergibt den beobachteten Ort.
  6. 6 Schnittwinkel kritisch prüfen: sehr flache Schnitte sind ungenau, weil kleine Messfehler den Ort stark verschieben.
  7. 7 Bewegliche oder nicht eindeutig erkannte Objekte nicht als sichere Peilobjekte verwenden.
Abschnitt Kursumwandlung: von Karte zu Kompass und zurück

Die Kursumwandlung ist für viele Lernende der Knoten im Kopf. Entscheidend ist, ob du von der Karte zum Kompass oder vom Kompass zur Karte gehst.

  • `rwK` oder rechtweisender Kurs gehört zur Seekarte und ist auf geografisch Nord bezogen.
  • `mwK` oder missweisender Kurs entsteht, wenn die Missweisung des Seegebiets berücksichtigt wird.
  • `MgK` oder Magnetkompasskurs ist der Kurs, den du am Magnetkompass steuerst, nachdem auch die `Deviation` des eigenen Schiffes berücksichtigt wurde.
  • Von der Karte zum Steuerkurs gehst du gedanklich: `rwK` -> Missweisung -> `mwK` -> Deviation -> `MgK`.
  • Vom abgelesenen Kompasskurs zur Kartenkontrolle gehst du die Kette rückwärts.
  • Prüfungsfalle: Vorzeichen mechanisch anwenden, ohne zu merken, in welche Richtung du gerade umrechnest.
Abschnitt Koppelort: rechnen, wenn du gerade nicht peilst

Der `Koppelort` ist der rechnerisch und zeichnerisch fortgeführte Ort zwischen echten Beobachtungen. Genau deshalb darfst du ihn nicht mit einem beobachteten Peilort verwechseln.

  • Der `Koppelort` wird aus `gesteuerten Kursen`, `zurückgelegten Distanzen` und allen `vorhersehbaren Einflüssen` ermittelt.
  • Er ist also ein fortgeführter Arbeitsort, nicht automatisch ein durch Beobachtung bestätigter Standort.
  • Der Schnitt zweier Standlinien ergibt keinen `Koppelort`, sondern einen beobachteten Ort.
  • `Strom-` und `Windversetzung` gehören genau deshalb in die Denkkette des Koppelorts hinein.
  • Prüfungsfalle: alles, was irgendwie nach Ortsbestimmung klingt, pauschal als Koppelort zu bezeichnen.
Abschnitt Koppelnavigation: den Ort fortschreiben

Koppelnavigation ist die saubere Fortführung eines bekannten Ortes. Sie ist kein Ersatz für Beobachtung, aber sie hält deinen Navigationsfilm zwischen zwei echten Ortsbestimmungen am Laufen.

  1. 1 Mit einem sicheren Ausgangsort starten: beobachteter Ort, bekannte Tonne, Hafenposition oder zuvor sauber bestimmter Ort.
  2. 2 Gesteuerten Kurs, Fahrt und Zeit festhalten; daraus entsteht die zurückgelegte Distanz.
  3. 3 Kurslinie in der Seekarte eintragen und die Distanz auf dieser Linie abtragen.
  4. 4 Vorhersehbare Einflüsse wie Strom und Wind einbeziehen, wenn die Aufgabe sie nennt.
  5. 5 Den errechneten Punkt mit Uhrzeit markieren; ohne Zeitangabe ist ein Koppelort schlecht kontrollierbar.
  6. 6 Bei neuer Beobachtung Koppelort und beobachteten Ort vergleichen, statt sie automatisch gleichzusetzen.
  7. 7 Aus der Abweichung lernst du, ob Strom, Wind, Steuerfehler, Messfehler oder Rechenfehler im Spiel sein können.
Abschnitt Ortsbestimmung: beobachtet, gekoppelt oder versetzt

Viele Navigationsfehler entstehen, weil jede Ortsbestimmung gleich genannt wird. In der Karte sind das aber verschiedene Qualitätsstufen.

  • Ein beobachteter Ort entsteht aus Beobachtung, zum Beispiel aus dem Schnitt zweier Standlinien.
  • Ein `Koppelort` entsteht aus Fortrechnung: bekannter Ort, Kurs, Fahrt, Zeit und vorhersehbare Einflüsse.
  • Ein versetzter Ort zeigt, wo das Boot über Grund landet, wenn Strom oder Wind den Weg verschiebt.
  • Eine einzelne Standlinie ist noch kein Ort; sie begrenzt nur, wo das Boot liegen kann.
  • Wenn beobachteter Ort und Koppelort nicht zusammenpassen, ist genau diese Differenz ein Hinweis auf Versetzung, Messfehler oder Rechenfehler.
  • In Kartenaufgaben ist die Frageform wichtig: `entnehmen`, `ermitteln`, `eintragen`, `koppeln` und `peilen` meinen unterschiedliche Arbeitsschritte.
Abschnitt Strom- und Windversetzung: immer über Grund denken

Bei diesen Begriffen ist der Bezugsrahmen die eigentliche Falle. Die richtige Antwort ist jeweils nicht der Strom oder Wind selbst, sondern die Wirkung auf das Schiff `über Grund`.

Stromversetzung
Diagramm einer Stromversetzung, bei der der Kurs durchs Wasser geradeaus zeigt, der Weg über Grund aber seitlich versetzt verläuft
Strom versetzt den Weg über Grund, obwohl das Boot seinen Kurs durchs Wasser beibehält.
Eigene Grafik
Windversetzung
Diagramm einer Windversetzung, bei der Wind den Weg über Grund seitlich vom geplanten Kurs abdrückt
Auch Wind kann den tatsächlichen Weg über Grund vom geplanten Kurs abdrücken.
Eigene Grafik
  • `Stromversetzung` ist die `Versetzung des Schiffes über Grund in Richtung und Distanz`.
  • `Windversetzung` ist ebenfalls die `Versetzung des Schiffes über Grund in Richtung und Distanz`.
  • Falsch wäre es, die Begriffe nur als Richtung und Stärke von Strom oder Wind zu lesen.
  • Ebenso falsch ist der Bezug `durch das Wasser`; die Prüfungsdefinition will ausdrücklich den Unterschied zwischen Wasserbewegung und Bewegung `über Grund` festhalten.
  • Merke dir den Unterschied: `Kurs durchs Wasser (KdW)` beschreibt die Richtung relativ zum Wasser, `Kurs über Grund (KüG)` die Richtung relativ zum Grund — Strom- und Windversetzung verbinden beides.
Abschnitt Besteckversetzung: wenn Erwartung und Beobachtung auseinanderlaufen

`Besteckversetzung` ist der Navigationsmoment, in dem du ehrlich vergleichst: Wo hätte ich nach Koppeln sein müssen, und wo bin ich nach Beobachtung wirklich?

  • Verglichen werden `Koppelort` und `beobachteter Ort` zur gleichen Zeit.
  • Die Besteckversetzung beschreibt die Differenz in `Richtung und Distanz` zwischen diesen beiden Orten.
  • Sie ist kein anderes Wort für Stromrichtung, Windrichtung oder Fahrt durchs Wasser.
  • Sie kann durch Strom, Wind, Steuerfehler, falsche Fahrt durchs Wasser, ungenaue Peilung oder Zeichenfehler entstehen.
  • In der Karte ist die Besteckversetzung ein Kontrollvektor: vom erwarteten Ort zum beobachteten Ort denken.
  • Prüfungsfalle: nur die Ursache nennen wollen. Der Begriff beschreibt zuerst die festgestellte Ortsdifferenz.
Abschnitt Plausibilitätschecks für Navigation

Navigation wird robuster, wenn du jede Lösung kurz gegenprüfst. Diese Checks finden viele Fehler, bevor du eine Antwort auswählst.

  • Distanzcheck: Bei 6 kn fährst du in einer Stunde etwa 6 sm; grobe Ergebnisse müssen dazu passen.
  • Zeitcheck: Minuten erst in Stunden umrechnen, bevor du Fahrt, Zeit und Distanz verknüpfst.
  • Richtungscheck: Eine Kurslinie zum Ziel darf nicht offensichtlich in die falsche Kartenrichtung laufen.
  • Randcheck: Seemeilen werden an der Breitenskala seitlich in Höhe des Standorts abgenommen.
  • Kurscheck: Rechtweisende Werte gehören in die Karte, Kompasswerte an den Kompass.
  • Ortscheck: Ein beobachteter Ort aus zwei Standlinien ist etwas anderes als ein fortgeführter Koppelort.
  • Besteckcheck: Wenn Koppelort und beobachteter Ort auseinanderliegen, die Differenz als Richtung und Distanz beschreiben.
  • Objektcheck: Tonne, Feuer oder Landmarke erst eindeutig identifizieren, bevor du daraus eine Peilung oder Entscheidung ableitest.
  • Versetzungscheck: Strom und Wind verändern den Weg über Grund, nicht nur das Gefühl an Bord.
  • Quellencheck: Wenn die Frage nach Zeichen, Feuer, Signalstellen oder Änderungen fragt, brauchst du die passende amtliche Unterlage.
Abschnitt Typische Fehler

Wenn See-Navigationsfragen schiefgehen, dann fast immer wegen eines vertauschten Begriffs oder eines falschen Bezugsrahmens.

  • `INT 1` mit `Seehandbuch` oder `Leuchtfeuerverzeichnis` verwechseln.
  • `Deviation` aus der Seekarten-`Kompassrose` statt aus der `Deviationstabelle` ableiten wollen.
  • Distanz, Fahrt und Zeit mit Minuten rechnen, als wären Minuten schon Stunden.
  • `Peilung` als Entfernung oder `Standlinie` als Kurslinie missverstehen.
  • Eine einzelne Standlinie schon als Schiffsort behandeln.
  • `Koppelort` und beobachteten Ort gleichsetzen.
  • `Besteckversetzung` als Ursache statt als festgestellte Differenz zwischen erwarteter und beobachteter Position lesen.
  • `Strom-` und `Windversetzung` als bloße Richtung von Strom oder Wind lesen statt als Versetzung des Schiffes `über Grund`.
  • `Seemeilen` am falschen Kartenrand oder ohne Bezug auf die Höhe des Standorts ablesen.
  • Tonnen, Leuchtfeuer oder Seekartensymbole erkennen, aber nicht in eine konkrete Navigationsentscheidung übersetzen.
Abschnitt Merke dir

`Seekarte` aktuell halten, `INT 1` für Zeichen nutzen, Tiefen in `Meter/Dezimeter` lesen, `Seemeilen` seitlich abnehmen, `Fahrt-Zeit-Distanz` sauber rechnen, Tonnen und Feuer eindeutig identifizieren, `Deviation` aus der schiffseigenen Tabelle holen, aus `Peilung` die `rechtweisende Peilung` und daraus die `Standlinie` machen, den `Koppelort` sauber fortführen, `Besteckversetzung` als Differenz zwischen erwarteter und beobachteter Position verstehen und `Strom-/Windversetzung` immer `über Grund` denken.

FAQ

Häufige Fragen

Warum ist Navigation in der Prüfung so schwer?

Weil sie Begriffe, Zeichnen, Rechnen und Plausibilität kombiniert. Wer nur Formeln lernt, verwechselt schnell Kursarten, Orte oder Bezugsrahmen.

Was ist der wichtigste Unterschied zwischen Kartenkurs und Kompasskurs?

Der Kartenkurs ist rechtweisend und gehört in die Seekarte. Der Kompasskurs ist das, was du nach Missweisung und Deviation am Magnetkompass steuerst.

Wie merke ich mir Breite und Länge in der Seekarte?

Breite liest du seitlich nach Nord oder Süd, Länge oben oder unten nach Ost oder West. Eine Position braucht immer beide Angaben.

Warum gibt es so viele Kursarten?

Weil Karte, Magnetfeld, Schiffskompass und tatsächlicher Weg über Grund unterschiedliche Bezugsrahmen haben. Erst den Bezugsrahmen klären, dann rechnen.

Warum darf ich Koppelort und beobachteten Ort nicht gleichsetzen?

Der Koppelort ist fortgerechnet. Der beobachtete Ort entsteht aus Messungen, zum Beispiel aus dem Schnitt zweier Standlinien. Der Unterschied kann auf Versetzung oder Fehler hinweisen.

Welcher Plausibilitätscheck hilft am schnellsten?

Prüfe zuerst Distanz und Richtung: Passt Fahrt mal Zeit ungefähr zur gemessenen Strecke, und zeigt die Kurslinie grob in die erwartete Richtung?

Wie rechne ich Distanz, Fahrt und Zeit ohne Formelsalat?

Denke immer in Seemeilen pro Stunde: Distanz ist Fahrt mal Zeit, Zeit ist Distanz durch Fahrt, Fahrt ist Distanz durch Zeit. Minuten vorher in Stunden umrechnen.

Warum brauche ich oft zwei Peilungen?

Eine Peilung liefert nur eine Standlinie. Erst der Schnitt zweier Standlinien oder eine zweite verlässliche Ortsinformation ergibt einen beobachteten Ort.

Was bedeutet Besteckversetzung?

Besteckversetzung ist die Differenz zwischen dem erwarteten Koppelort und dem beobachteten Ort zur gleichen Zeit, beschrieben in Richtung und Distanz.

Wie nutze ich Tonnen und Leuchtfeuer in der Navigation?

Erst eindeutig identifizieren, dann mit Seekarte und passenden Verzeichnissen abgleichen. Sie können Fahrwasser, Gefahren, Orientierungspunkte oder Peilobjekte sein.

Quellen und Stand

Quellen

Amtlicher Fragenkatalog für SBF Binnen und SBF See, Themenfeld Navigation, zuletzt geprüft am 28.4.2026.

Verdichtet aus offiziellen SBF-See-Fragen aus Seemannschaft und Recht zu Seekarten, nautischen Veröffentlichungen, Magnetkompass, Peilung, Standlinie, Koppelort sowie Strom- und Windversetzung; strukturell erweitert anhand der vom Nutzer genannten Bootsprüfung.de-Navigationsthemen.

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